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Stell dir vor, du läufst durch Berlin und alles scheint normal zu sein, bis du plötzlich einen Transporter siehst, auf dem Bilder von eingesperrten Schweinen zu sehen sind. Während du Geräusche von schreienden Schweinen hörst, siehst du die Aufschrift des Transporters: “Stört Sie das? Dann leben Sie vegan.“ Was ist das für ein für ein seltsamer Transporter und woher kommt er?
Bei diesem Transporter handelt es sich um ein Projekt der Tierschutzorganisation Peta mit dem Namen „Hell on Wheels“ also „Hölle auf Rädern“. Um diese Aktion zu verstehen, sollte man sich allerdings zuerst einmal die Organisation, die dahinter steht, anschauen.
Die Tierschutzorganisation Peta
Petas Motto lautet „Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form der Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.“
Peta ist eine der größten Organisationen zum Tierschutz und ist nicht nur in Deutschland bekannt, sondern hat auch weltweit, zum Beispiel in Frankreich, der Schweiz oder auch in Ländern außerhalb Europas Unterstützer. Gegründet wurde Peta Deutschland e. V. im März 1993, Peta USA jedoch schon 1980. Als Organisation selber behandeln sie verschiedene Themen, die aber alle eine Verbindung zu dem Tierschutz haben. Einige Beispiele wären „Menschenaffen raus aus dem Zoo“, „Wissenschaft gegen Tierversuche“, „Meeresschutzgebiete ohne Fischfang“ und viele weitere. Besonders viel Wert legt Peta darauf, vegan zu sein, da sie die Meinung vertreten, dass Tiere für uns keine Nahrung darstellen sollen. Warum man vegan werden sollte und wie man das am besten macht, erklärt Peta ausführlich auf seiner Internet-Seite. Besonders bekannt ist diese Organisation wohl für ihren Wunsch, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden und für die daraus resultierenden außergewöhnlichen und auch provokanten Proteste, wie zum Beispiel das 30 Jahre andauernde Projekt „Lieber nackt als in Pelz.“ Zwei aktuelle von diesen möchte ich hier aufzählen.
Die Proteste
Hell on Wheels Bei Hell on Wheels handelt es sich um die anfangs beschriebene Aktion, die vor allem auf Tiertransporte und die damit kommenden Bedingungen für die Tiere aufmerksam machen soll. Bei dieser Aktion handelt es sich um einen LKW, der aussieht, als wären reale Schweine in diesem. Abgespielt werden Geräusche von echten Schweinen auf dem Weg zum Schlachthof.
Zu diesem Projekt sagte eine Streetteam-Leitung mit dem Namen Jennifer Veit dies: „Für jedes Stück Fleisch wurde ein empfindungsfähiges Individuum nach einem kurzen entbehrungsreichen Leben für seine oft stundenlange Todesfahrt in einen Transporter gezwängt.“
Menschenfleisch Bei dieser Aktion ist eine Person auf einem großen Teller neben anderem Essen wie Erbsen zu sehen. So ein Protest fand zum Beispiel am 15. September dieses Jahres statt. Das Hauptziel war dabei auf die Doppelmoral des Fleischkonsums, bei welchem es als in Ordnung angesehen wird, Tierfleisch, jedoch nicht Menschenfleisch zu essen, aufmerksam zu machen.
Die Streetteam-Leitung Kathleen Cox, also der Kontakt vor Ort, sagte zu der Aktion „Menschenfleisch“ folgendes „Ob Schwein, Rind, Huhn oder Mensch: Niemand möchte auf einem Teller landen. Mit unserer Aktion drehen wir die Perspektive um und machen sichtbar, was meist ausgeblendet wird – jedes Stück Fleisch war ein fühlendes Lebewesen, das leben wollte.“
Tatsächlich zeigen einige dieser Projekte Wirkung, denn in der Vergangenheit konnte Peta schon mehrere Erfolge erzielen. Ein Beispiel ist die im August beendete Zusammenarbeit vom Matratzenhersteller Emma mit der Firma HKTVmall, dessen Muttergesellschaft an Schweinen und Schafen experimentiert. Neben vielen Erfolgen von Peta gibt es jedoch aus verschiedenen Gründen auch einige Kritiker.
Kritik
Es gibt einige Gründe, weswegen Peta kritisiert wurde, zu einigen Vorwürfen haben sie sich sogar geäußert. Zum einen werden sie für einige Einbrüche in Massenhaltungsbetriebe kritisiert, so zu Beispiel im September 2011 in einen Wiesenhof-Vertragshof. Dabei wurden Bilder von Mitarbeitern gemacht, welche zum Beispiel Puten traten. Obwohl Peta dort tatsächlich schlechte Lebensverhältnisse für Puten vorfand, wird ihnen Hausfriedensbruch vorgeworfen.
Besonders starke Kritik erfuhr Peta 2004 für die Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“, welche dem Peta Deutschland e. V. Gründer Harald Ullmann ein Strafverfahren einbrachte, das gegen eine Strafe von 10.000 Euro eingestellt wurde. Zu dieser Kritik äußerte sich Peta mit dem Argument, dass es ihr Ziel sei, die Öffentlichkeit zum Nachdenken anzuregen und sie nicht das Leid der Opfer des Holocaust verharmlosen wollen.
Wenn ihr euch eine eigene Meinung von Peta bilden wollt, seht euch am besten Petas Internetseite an. Dort kann man etwas über Petas Erfolge, Aktionen und auch Äußerungen zu Kritik finden.
