So werden Hexen in Büchern und Filmen meist dargestellt. Image by Patou Ricard from Pixabay

Der Begriff „Hexe“ ist fast jedem bekannt, heute sowie im 15. Jahrhundert. Die Gefühle, die dieser hervorruft, haben sich über die Jahrhunderte jedoch stark verändert und es sind immer noch viele Fragen offen. Um dies genauer nachvollziehen zu können, sollte man erst einmal die Ursprünge und Etymologie des Wortes verstehen.

Etymologie

Hexe, die

Weibliches Wesen, dem Verbindung zu bösen Mächten und Zauberkräfte zugeschrieben werden. Nach früheren und religiösen Aberglaube (vom 15.Jh. an) eine mit dem Teufel im Bunde stehende Frau.

„Hexerei ist ein großes, menschliches Thema in allen Zivilisationen, weil es zur Erklärung von Unglück dient“, sagte Wolfgang Behringer, Professor für Geschichte mit dem Schwerpunkt Frühe Neuzeit.

Hexe heißt im Althochdeutschen „hagzissa“, dies kann sich aus den norwegischen Wörtern „hag“ für „Hecke/Wald“ und „tysja“ für „Elfe“ zusammensetzten. Eine Definition ist auch „Ein sich auf Zäunen oder in Hecken aufhaltendes dämonisches Wesen“. Der Begriff „Hexe“ lässt sich erst um 1419 in deutschsprachigen Gerichtstexten nachweisen, zudem gab es die ersten Hexenverfolgungen erst nach 1430.

Hexenverfolgungen

Tatsächlich existiert der Glaube an Hexen schon sehr lange und nicht immer wurden diese verfolgt. Im Jahr 782 n. Chr. legte Karl der Große sogar fest, dass Hexenverfolgung mit dem Tod bestraft werden sollte. Dann im Spätmittelalter begann sich das Bild von Menschen über Hexen zu wandeln, dabei waren Gründe zum Beispiel Seuchen, Hungersnöte, Verarmung, Ernteausfälle und eine hohe Mortalität, also viele Todesfälle pro Zeitraum. So wollten Menschen eine Erklärung für das Unerklärliche und jemanden finden, den sie für schlechte Dinge beschuldigen konnten. Der Sachsenspiegel, ein mittelalterliche Rechtstext, sah im Jahr 1225 für Hexen, die somit im Pakt mit dem Teufel stehen, den Feuertod vor und so kam es letztendlich auch. Im Jahr 1487 schrieb der Autor Heinrich Kramer den Hexenhammer, dieser gibt Ratschläge zur Ermittlung von Hexen und nennt mehrere Schadensfälle, die durch Hexen verursacht worden sein sollten. Der Höhepunkt der Hexenverfolgung war allerdings erst im 16. Jahrhundert und 17. Jahrhundert, also einige Jahre später, erreicht. Irgendwann nahm die Hexenverfolgung dann aber auch ein Ende, dabei es gibt zwei zentrale Beispiele des Endes der Verfolgung.

Anna Maria Schwegelin

Geboren: 1729

Eltern: Tagelöhner

Beruf: Dienstmädchen

1775 wird Anna Maria Schwegelin in Deutschland als letzte Hexe zu Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde allerdings nie vollstreckt und Anna Maria starb 1781 mit 52 Jahre im Gefängnis. Somit ist es in Deutschland mit der Hexenverfolgung vorbei, in ganz Europa ist es aber noch nicht so. Ein Beispiel, das oft als letzte „Hexe“ Europas verwendet wird, ist der Fall von Helen Duncan.

Helen Duncan

Geboren: 1897

Vater: Dachdecker

Beruf: private Seancen, mit denen sie sehr erfolgreich war. Helen Duncan wurde 1933 nicht als Hexe, sondern als Trickbetrügerin verurteilt. Auch wenn sie nicht als Hexe verurteilt wurde, sahen viele ihrer Anhänger sie als die letzte in Europa verurteilte Hexe, da für ihre Verurteilung ein altes Gesetz verwendet wurde und sie verurteilt wurde, weil sie sich in ihren Seancen als Hexe ausgab. Schlussendlich wurde sie zu neun Monaten Haft verurteilt von denen sie sechs Monaten absaß.

Die Rolle von Frauen in der Hexenverfolgung

Auch wenn die Hexenverfolgung alle Alters- und Standesgruppen betraf, fällt eines auf: Eine besonders hohe Anzahl der Angeklagten oder Verurteilten waren Frauen. In einem Großteil der Regionen Europas stiegen die Zahlen der Frauen unter den Angeklagten und Verurteilten sogar auf 60-90 Prozent und das obwohl Frauen nur knapp 2 Prozent der schweren Verbrechen, wie Raub oder Mord, in der Frühen Neuzeit verübten. Dafür gab es drei grundlegende Gründe:

  1. Benachteiligung von Frauen im frühneuzeitlichen Gerichtswesen
  2. Geschlechtsspezifische Folgerung aus der Alltagsmagie
  3. Frauenfeindlichkeit in gelehrten Kreisen

Außerdem anzumerken ist, dass die Hauptverdächtigen meist ältere, randständige Frauen waren. Zudem spielten auch die Vorurteile von einer geschwätzigen, hinterhältigen und ehebrechenden Frau eine große Rolle.

Fazit

Auch heute sind Hexen noch in Büchern, Filmen, Lieder oder als Verkleidung zu finden, also sind Hexen wie zu sehen ein Thema, welches die Menschheit nie wirklich verlassen hat und bis heute viele Menschen beschäftigt.

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