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Ich habe mich gründlich mit dem Thema polynesische Mythologie auseinandergesetzt und will euch zwei der meiner Meinung nach interessantesten Mythen vorstellen. Zum Start möchte ich euch aber erst einmal aufklären, was Polynesien überhaupt ist. Der Begriff „Polynesien“ stammt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „viele Inseln“. Sie umfasst eine Region des Pazifiks, die wie ein Dreieck aussieht und im Norden durch Hawaii, im Südwesten durch Neuseeland und im Osten durch die Osterinseln begrenzt ist. Die Vorfahren der Polynesier kamen aus Südostasien. Die größeren Inseln sind vulkanischen Ursprungs und die kleinen bestehen meist aus Korallen. Doch was hat es auf sich mit der polynesischen Mythologie? Zuerst stelle ich euch den Halbgott Maui vor, den viele von euch aus dem Film Vaiana kennen. Im Anschluss werde ich euch danach die Gottheit Tangaroa vorstellen.

Maui

Maui gilt als einer der berühmtesten Figuren in der polynesischen Mythologie. Seine Geschichten und Taten werden oft auf den Inseln Hawaii, Tahiti und Neuseeland verehrt. Wichtig zu erwähnen ist, dass er auf eine übernatürliche Weise geboren wurde: Seine menschliche Mutter Taranga warf ihn noch als Baby ins Meer, eingewickelt in Haare aus ihrem Haarknoten (tikitiki), weil sie die Befürchtung hatte, er würde das Leben der Menschen durch seine Umstände – da er Halbgott ist – prägen. Meeresgeister fanden ihn und wickelten ihn in Seegras. Sein himmlischer Vorfahr Rangi nahm Maui mit sich in den Himmel und ernährte diesen bis zu seiner Jugend.

Seine Geschichte spielte sich vor ca. 1000 bis 2000 Jahren ab. Er wird oft als cleverer und unterhaltsamer Held dargestellt, obwohl er auch moralische Lektionen bietet. Als Halbgott nimmt Maui einen einzigartigen Platz zwischen den Göttlichen und den Sterblichen ein. Eine berühmte Erzählung über Maui ist, dass er die Sonne verlangsamte, um den Menschen längere Tage zu schenken, da sie zu wenig Tageslicht hatten. Dabei fertigte er ein Netz aus den Haaren seiner Schwester Hina an und fing die Sonne ein, um das Reisen dieser zu verlangsamen. Dadurch spiegelt er die Elemente im Leben der Menschen wieder.  Eine weitere gefeierte Erzählung: Mit einem Fischhaken, der in der hawaiianischen Kultur als „Manaiakalani“ bekannt ist, geschmiedet aus dem Kieferknochen seine Großmutter, zog er zusammen mit seinen magischen Fähigkeiten, mehrere Inseln aus dem Ozean heraus. Diese Erzählung beschreibt, wie Maui Ordnung für das Wohnen und Leben der Menschen erschuf.

Seine Geschichten wurden über Generationen weitererzählt und zugleich auch durch Traditionen wie Hula, Schnitzereien oder traditionellen Tattoos widergespiegelt.

In vielen Maori-Erzählungen versucht Maui Menschen Unsterblichkeit zu schenken. Dafür will er die Göttin Hine-nui-te-po überwinden. Er versucht deshalb in ihren Körper einzudringen und durch ihren Mund wieder herauszukommen, während sie schläft. Dabei wird er jedoch entdeckt. Die Göttin erwacht und tötet ihn. Maui scheitert also an seiner letzen großen Aufgabe, Sterblichkeit zu besiegen. Meine Meinung nach finde ich es wichtig, seine Geschichte zu kennen, da ich denke, sie ist für Jugendliche, Kinder und – nicht ausgeschlossen – auch Erwachsene ermutigend.

Tangaroa

In der Maori-Kultur wird Tangaroa als Gottheit des Meeres angesehen. Im Schöpfungsmythos kam er aus dem Nichts hervor und begann die Gewässer in lebensspendende Meere zu formen. Tangaroas Wesen ist fest mit dem Ozean verbunden und repräsentiert sowohl seine nährenden Eigenschaften als auch seine ungezähmte Wildheit. Er war einer der ersten Götter, geboren aus der Vereinigung zwischen dem Himmelsgott Ranginui und der Erdgöttin Papatuanuku. Diese heiligen Abstammung verlieh ihm große Macht über alles, was dem Wasser zugehörig ist. Seine Natur spiegelt sich im Kommen und Gehen wieder, das heißt, er bestimmt wann er auftauchen will.

Laut den Mythen formte er die ersten Korallenriffe und gestaltete Unterwasserlandschaften. Dieser Akt in Schöpfung wird in der polynesischen Weltvorstellung sehr geehrt, da das Meer als Quelle der Nahrung und spirituellen Verbindung angesehen wird. Seine Figur wird durch die Fluidität des Ozeans widergespiegelt. Sein Haar fließt wie Wellen und seine Augen funkeln wie das sonnenbeschienene Meer. Während er über die Gewässer gleitet, wird gesagt, dass er die Strömungen reitet, sodass seine Präsenz im rhythmischen Bewegungsfluss des Meeres spürbar ist.

Mythen erzählen dass er über Kreaturen wacht, ob klein oder groß. Diese Wächterrolle geht weit über Beobachtung hinaus: Sie bedeutet eine tiefe Verantwortung, das Gleichgewicht des Lebens im Ozean aufrechtzuerhalten. Im polynesischen Glauben sind respektvolle Interaktionen mit Tangaroa und seinen Schöpfungen von größter Bedeutung. Auch Rituale und Übergaben waren üblich, oft für reiche Fischerei und sichere Reisen über die Gewässer.

Zusammenfassend steht Tangaroa als zentrale Figur in der polynesischen Mythologie, die nicht nur das Meer, sondern auch die komplexe Beziehung zwischen der Menschheit und der natürlichen Welt repräsentiert.

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